Es ist angerichtet – China, Tag 9

Gut, die erste Eingewöhnung ist gemacht. Ich kann ja unmöglich 9 Tage von Pizza Hut leben. Also auf zum kulinarischen Stadtrundgang, natürlich mit Hunger und der D200 im Anschlag. Hier die gesammelten Eindrücke der letzten Tage.Zunächst mal bieten die Innenstädte – in meinem Fall von Suzhou oder Shanghai, dürfte aber in den meisten, ähnlichen Orten Chinas vergleichbar sein – reichlich Gelegenheiten, an einem der vielen Stände seinen Hunger zu stillen und die lokalen Genüßlichkeiten kennen zu lernen.

Den Anfang macht eine Art Obstkuchen, den viele, fliegende Händler auf Fahrrad oder Motorrad durch die Gegend fahren. Da die so angebotenen “Kuchen” recht groß sind und auch über den Tag verteilt immer in großen Mengen angeboten werden, dürfte es einige Tage dauern, bis so ein Anhänger voller Leckerheiten an den Mann oder die Frau gebracht ist.

Noch am Vormittag finden sich ebenfalls zahllose Anbieter für eine weitere (lokale) Beliebheit: gebratene Tintenfischbeine auf Holzstäben.

Die meisten der (oft mobilen) Wagen und Stände, an denen “warme” Speisen angeboten werden, werden übrigens mit richtigen Kohlebriketts beheizt. In den Wohngebieten erhält man dann auch schon mal einen Einblick hinter die Kulissen. Hier wird gerade etwas Fleisch geschnitten und aufbereitet, bevor es sicher gleich in dem Becken vorn gereinigt und zubereitet wird…:

…und dann in verschiedenen Darreichungsformen in kleinen Küchen direkt an der Straße erhältlich ist:

Alternativ werden auch Garagen dafür genutzt, wenn Platz und Straßenverkehr einen Verzehr direkt auf der Straße nicht zulassen.

In den mehr touristisch geprägten Gegenden und Straßen sind die Gerichte oft gleich, aber ein so spannender Blick hinter die Kulissen bleibt oft verwehrt.

Sieht aus, wie der selbe Stand, ist aber höchstens der Gleiche (liegt aber ggf. daran, das ich weder Überschrift, noch Menü lesen kann):

Neben diesen vielen, individuellen Küchen und Ständen sind auch zahlreiche Restaurant-Ketten vertreten, von den eher unbekannten:

…bis hin zu den großen Namen, im Fall von KFC schon fast extrem aufdringlich. Muss wohl an der Beliebtheit von Hühnerfleisch hier in der Region liegen.

OK, der Herr war bisher ganz nett, aber quasi die ganze Stadt hängt damit voll.

Ganz hin und her gerissen bin ich dann hier: Ist der Schutz nun ein Schutz für den Verkäufer oder doch eher für mich…?

Aber es gibt natürlich auch jede Menge richtige Restaurants verschiedener Geschmacksrichtungen.

…auch wenn mich hier der offensichtlich hohe Kühlbedarf etwas stutzig macht:

Wer hat, der hat...

Und ab und zu sind auch mal Highlights vertreten. So auch die gleich neben dem Hotel (Suzhou Garden View) gelegene Kneipe “Harry’s”, in der ab und an wirklich gute Live Musik zu hören ist.

Suzhou, Harry's

Suzhou, Harry's

Suzhou, Harry's

Im vorliegenden Fall traut sich die 4köpfige Truppe auch an Werke, wie “Bohemian Rhapsody” und das wirklich gut ! Der Abend hat sich gelohnt und ich bin da sicher typisch deutsch nicht so leicht zu beeindrucken.

Suzhou, Harry's

Hier ist das Original für alle, die sich selber einen Eindruck davon verschaffen wollen, was hier mal eben live in einer kleinen Kneipe in Suzhou gezupft wurde:

Wer es – inklusive der Speisekarte – dann lieber deutsch mag, ist im “Paulaners Biergarten” in Shanghai (Pundong) gut aufgehoben. Bedienung und Essen sind wirklich gut, auch wenn ein Chinese in bayrischer Tracht dann auch schon mal etwas lächerlich wirkt.

Vom Essen her kann ich kein Urteil abgeben, zumindest aber von Lage und Ausblick sind Bar und Terasse des Seagull Hotel in Shanghai ebenfalls empfehlenswert.

Von der Terasse direkt an der Mündung zum Suzhou Greek hat man einen phantastischen Blick auf Pudong und Bund.

Und wem es im Winter zu kalt ist, der kann es sich auch in einem der kleinen Séparés gemütlich machen.

Schluß endlich muss ich aber bekennen, das bei mir trotz des großen Angebotes die Zurückhaltung überwogen hat und in nur 9 Tagen immerhin fast 6 kg der stillen Reserve von den Rippen genommen hat. Da könnte man fast eine Geschäftsidee daraus machen…

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  1. Sebastian sagt:

    …ich hoffe Du hast noch genug auf den Rippen für deinen weiteren Kampf mit Dienstleistern ;-)

    Grüße

    Seb.

  2. Felix sagt:

    Hi Mathias… gut gelungener Bericht. Ich sollte auch etwas abspecken… 6 kg in 9 Tagen sagst Du? Da müsste ich ja 3 Wochen bleiben ;-)

    @Seb.: Welcher K(r)ampf ;-) ?

    Greez – Fele

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