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Freenet ? Nein, Normal ist das nicht…
Eigentlich ist der Slogan ja schon vielsagend. Auf der Suche nach einem DSL Zugang ohne Festnetz Anschluß, also ohne Telefon und dessen Grundgebühr war auch ich dem Versuch unterlegen und 6 Monate später um zahlreiche Erfahrungen reicher und wieder ein glücklicher Kunde der Telekom. Der Erfahrungsbericht ist hier…
Der erste Fehler lag auch klar auf meiner Seite: Wie kann ich an einem 11.11. eine Bestellung aufgeben und erwarten, das diese nicht zu Faschingsscherz mutiert.
Naja. An jenem Tag fand ich das auch noch lustig, nach langer Zeit, Überlegung und Vergleich war ich irgendwie der Meinung, unseren sehr wenig genutzten Telefonanschluß, aber sehr stark benötigten DSL Anschluß als Kombipaket zu Freenet zu geben. Voice over IP erschien mir ohnehin die geeignete Lösung, um endlich einen DSL Anschluß ohne Telefon / Festnetzanschluß zu haben. Dazu gab es eine passende Hardware von Fritz, die es mir erlauben soll, meine
ISDN Anlage mit Voice over IP weiterhin nutzen zu können. Was soll da noch schiefgehen…
Also bestelle ich Freenet Komplett mit DLS 3000, Internet Flat und minutenabhängiger Telefonabrechnung (wie gesagt, wir nutzen diesen Festnetzanschluß eher selten zum Telefonieren).
Die Ab- & Ummeldung des Telefonanschlusses übernimmt Freenet, ich kündige mit 3 Monatsfrist schon einmal den jetzigen Provider meiner Flatrate, mehr als 3 Monate wird Freenet ja auf keinen Fall brauchen, um das umzusetzen. Schließlich habe ich ja schon DSL…
Nach etwas Ungeduld kommt Ende November dann der – so dachte ich – ersehnte Brief mit den Daten für die Umschaltung. Doch leider war das nur ein Hinweis auf eine “kleine Verzögerung” und einen neuen Service, der es mir erlaubt, den Status ab sofort online abzufragen:

Also wird http://bestellstatus.freenet.de meine bevorzugte Seite für die nächsten Wochen, schließlich bin ich schon rießig gespannt auf Voice over IP und einen DSL Anschluß ohne Festnetz.
Der Besuch auf der Seite wird allerdings langweiliger, als erwartet. Zum Einen ist es immer die selber Nachricht (“Ihr Anschluß befindet sich in der Verfügbarkeitsprüfung.“), zum Anderen bleibt das über Wochen gleich.
Und wieso überhaupt Verfügbarkeitsprüfung ? Die wird doch vorher gemacht ? Hatte mir doch erst die Website, später der Mobilcom Shop versichert, das ich bald zu den glücklichen Nutzern von Freenet DSL gehören könnte.

Naja, die werden wissen, was sie tun, schließlich soll es ja gut werden und gute Dinge brauchen manchmal Zeit.
Gegen Ende des Jahres – mehr als 6 Wochen waren vergangen – werde ich etwas unruhig, da weiterhin nur ein Hinweis auf die “Verfügbarkeitsprüfung” kommt. Also frage ich – natürlich ordentlich per Kontaktformular – nach, ob ich evtl. einen groben Zeitraum erfahren kann, schließlich hatte ich – vielleicht etwas voreilig – den bis dahin ohne Probleme funktionierenden Provider (Congster) für Mitte Februar gekündigt. Und damit ich nicht als Nervensäge oder Drängler erscheine, erwähne ich auch gleich bei meiner Anfrage, das es mir lediglich darum geht, besser planen zu können. Freundlichkeit hilft ja oft viel weiter.

Wenige Stunden später, freue ich mich über eine Antwort. Leider aber nur der Automat, ist aber auch klar, ist ja Sonntag…

Prima, geht also an einen Sachbearbeiter. Was mache ich nur, wenn es länger als Mitte Februar dauert ? Ach, wird nicht so schlimm, ich habe ja schon DSL und > 6 Wochen Wartezeit liegen ja schon hinter mir.
Nach weiteren 3 Wochen fällt mir auf, das ich scheinbar schon wieder einen Fehler gemacht habe: Ich habe tatsächlich ein Kontaktformular für eine Nachfrage benutzt, statt – wie viele andere – einfach im Freenet Komplett Forum zu “pöbeln”. Das machen die nämlich auch und bekommen – manchmal – sogar eine Antwort, auch wenn diese meist eine andere Form von “Ihr Anschluß befindet sich in der Verfügbarkeitsprüfung.” ist. Naja, liegt sicher an den unfreundlichen Formulierungen der Anderen, also bleibe ich nett und poste dort nochmal meine
Nachfrage von Ende Dezember 2006.
Zumindest hier verhält sich Freenet konsistent, die Antwort bleibt nämlich bis zum heutigen Tag die Gleiche: Richtig, keine !
Aber ein echtes Highlight gibt es in der Zwischenzeit: Ich schreibe kurz per Mail an Congster, ob ich meine gekündigte DSL Flatrate nochmal verlängern kann (…da Freenet ja leider sehr auf eine überraschende Freischaltung setzt, wie es scheint) und keine Stunde später gibt es eine von einem Menschen verfasste, sinnvolle Antwort und mein bis dahin störungsfreies Congster läuft weiter. Super, Congster, so stelle ich mir das vor !
Zur Abwechslung wechselt Freenet jetzt auch die Strategie bzgl. des Bestellstatus – man wird unverbindlicher:

Bei der Durchführung ist also ein Fehler aufgetreten, aber falls wirklich Hilfe nötig ist, meldet man sich bei mir. Ich bin bereit.
Am 12. Februar, also wieder 3 Wochen später passiert dann etwas. Endlich, 2 Briefe von Freenet, das können nur die Anschaltdaten und Termine sein (ich bin aber auch manchmal naiv…).
Nix da, nun habe ich beim Herausnehmen aus dem Briefkasten leider nicht darauf geachtet, welcher Brief oben lag. Warum ? Ganz einfach: Ein Brief verspricht noch 4 Wochen Wartezeit:

Der Andere redet dagegen von 6-8 Wochen Wartezeit:

Absendetag und Absender sind gleich, der Text differiert – nicht nur bei der noch verbleibenden Wartezeit, Freenet muss wirklich eine Rießenfirma sein, denke ich mir. Welcher Brief lag nun oben, kam also später ? Oder soll ich mir das aussuchen ? Naja, keine schlechte Strategie, so habe wenigstens ich die Wahl !
Am 18.März gebe ich auf. Zahlreiche andere Anbieter sind inzwischen mit entbündelten DSL Anschlüssen auf dem Markt und ich warte ohne Hoffnung. Das musste ein Ende haben.
Also storniere ich unter Bezug auf die AGB, da formal eine Vertragsannahme durch Freenet noch nicht erfolgt (AGB lesen macht schlau !) und dann eine Stornierung möglich ist. Spannend bleibt sicher, wie Freenet das sieht.
Die Reaktion ist mal wieder – unerwartet: Ich bekomme eine Bestätigung – Nein, nicht für die Stornierung – für einen Schalttermin:

Irgendwie schon komische Abläufe, Nachfragen führen zu Schweigen und Stornierung zu Bestätigung von Schaltterminen. Egal, denke ich mir, jetzt wird zumindest der Anschluß bald aktiviert. Das zahlreiche Freenet Kunden im Forum über massive technische Schwierigkeiten berichten, wird mich danach sicher nicht betreffen, ich hatte ja schon einen schwierigen Start.
Nur 2 Tage später nimmt Freenet dann Bezug auf mein Schreiben, allerdings redet man da von einem Widerruf, nicht von der von mir eigentlich vorgebrachten Stornierung und lehnt deshalb ab:

Etwas komisch finde ich allerdings, das von einer “nicht positiven Nachricht” gesprochen wird. Wieso ist das denn eine “nicht positive Nachricht“, wenn ich jetzt doch Kunde bleiben darf und außerdem ja der Schalttermin vor der Tür steht ?
Zwischendurch berichten Kollegen von ihren tageweise ausfallenden Freenet-Anschlüssen, etwas klarer wird mir der Hinweis auf die “nicht positive Nachricht” jetzt schon.
Nun geht es im 2 Tagestakt weiter. Also wieder 2 Tage sieht die Welt nämlich ganz anders aus: Der Unterzeichner des ersten Schreiben, welcher eben von dieser “nicht positiven Nachricht” berichtet hatte scheint ein so schlechtes Gewissen zu haben, das er nicht widerstehen kann, mein Schreiben nochmal ließt und jetzt wohl entdeckt, das ich storniert und nicht wiederrufen hatte.
Also bekomme ich den nächsten Brief, der jetzt allerdings auf die Stornierung eingeht und diese bestätigt.

Zur Sicherheit bekomme ich ein inhaltlich ähnliches Schreiben widerrum 2 Tage später nochmal, erneut wird von einer Stornierung gesprochen und dies auch bestätigt:

Hier endet zunächst mein Experiment mit einem DSL Zugang ohne Festnetz Anschluß bei Freenet.
Allerdings bleibt das Thema trotzdem aktuell und ich fange an, die am Markt aufgetauchten Alternativen finanziell zu vergleichen. Da gibt es “Vodafone Zu Hause“, “1&1 4DSL“, “Alice” und natürlich die Telekom.
Das erstaunliche Ergebnis: Bei unserem Nutzungsverhalten bzgl. Telefon, Gesprächsdauer und Ziele (vorwiegend Mobilfunk Nummern), DSL Flatrate wird tatsächlich das Vorteilsangebot der Telekom aus Talk & Surf Comfort und einen T-Mobile Tarif am Günstigsten – wenn man den gescheiterten Freenet Tarif nicht beachtet.
Vom Ergebnis überrascht geht es ab in den T-Punkt, dort gibt’s alle Details nochmal erklärt und wenige Minuten später heißt mein alter und neuer Provider: Telekom – und eines konnten wir bisher weder dem Mobilfunk Netz, noch dem DSL Netz der Telekom nachsagen: schlechte Qualität. Jetzt haben wir noch einen passenden Tarif dazu und ersparen uns weitere Versuche mit Wiederverkäufern oder überforderten Alternativ-Anbietern. Obwohl: Freenet hatte ja vorher schon anbekündigt: “Normal ist das nicht”…
Hallo Mathias,
ich weiß nicht,
ich denke eher solche fälle sind die ausnahme, auch wenn, was sicherlich richtig ist, man gerade über freenet sehr viel liest. nur: was verbreitet sich schneller: positive oder negative erfahrungen? sicherlich mag das dich sehr geärgert haben, ich selbst bin schon seit über 2 jahren bei freenet und bin äußerst zufrieden, sogar mit der hotline über die so viele schimpfen. klar hab ich sicherlich noch den vorteil dass ich informatik student bin, mich also selbst auch ein wenig auskenne, aber bis jetzt ist mir bei freenet eigentlich bei problemen immsr schnell geholfen worden.
du schreibst von kollegen, die von tageweisen ausfällen der leitungen von freenet berichten. nun hierzu ist es wichtig zu wissen, in welchem gebiet du wohnst (also ich meine lediglich großstadt oder aufm land). denn aufm land muss freenet die leitungen der telekom nutzen, was zur folge hat, dass komplettausfälle dieser art immer auf ein problem bei der telekom zurückzuführen ist. freenet macht hier nichts anderes als andere reseller: sie senden per mail eine störungsmeldung an die telekom, die dann die leitung durchprüft und gegebenenfalls repariert.
Aber letztendlich muss man mit allen providern schon glück haben, das stimmt schon. denn irgendwo hat jeder seine macken, und genau hier verstehe ich alle anderen im forum nicht (wahrscheinlich durch meine eigene erfahrung): alle schimpfen über den service von freenet, kaum jemand meckert mehr am service der t-com, der ist echt unter aller sau! was falsche rechnungen angeht und so weiter: bei mir stehen gerade 1500 € t-onlinegebühren aus, die keiner verursacht hat. und anstatt sich das problem anzuhören sind die mitarbeiter der t-com nicht gerade sehr kooperativ: sie legen nämlich einfach auf oder verbinden dich 12 mal weiter.
naja, ich wünsch dir trotz alledem auch mit der t-com mehr erfolg als dus mit freenet hattest und eine fehlerfreie zukunft!
Grüße
Florian
Hallo Mathias,
besser und genauer hätte ich es auch nicht schreiben können. Meine Erfahrungen und der Ablauf der “Bestellung” decken sich nahezu 100%. Einzigster Zusatz, den ich habe, ist der Verweis auf meinen wunden Zeigefinger durch die Versuche die Hotline von Freenet zu erreichen, um den Bestellstatus zu erfahren. In der Regel wird man in mehreren Runden dazu gezwungen, einer Computerstimme folgend eine Vorauswahl seines Anliegens mizuteilen um letzendlich elegant aus der Leitung geworfen zu werden, da “..alle Kundenmitarbeiter im Gespräch wären und man es doch einfach später noch einmal oder doch lieber gleich im Internet versuchen…” soll.
Quintessenz: auch ich habe bei Telekom Abbitte geleistet und bin damit bisher recht gut gefahren.