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Not longer the same procedure as every year – Lotusphere
Monat: Januar. Wetter: Kalt. Ort: Orlando, Fl. Farbe: Gelb. Name: Lotusphere. Nach 11 Opening Sessions, zahlreichen Deja vue’s bei Ask the Developers und zunehmend wiederkehrenden Slides ist es Zeit für ein Leben nach der bzw. ohne Lotusphere. Ich werde alt und kenne so ziemlich alle Busfahrer & Nikon Händler der Stadt. Was zwischen der Premiere 1998 und dem Abschluß 2006 so passierte, steht hier.
Hektisch geht es zu, auf einer typischen Lotusphere. Wer nicht gern von vielen technisch verbohrten Menschen umgeben ist, ist absolut falsch hier.
Entsprechend hektisch wurde – so weiß man heute – vor der Opening Session 1998 eine “Demo Only” Client des geplanten Notes 5 User Interfaces zusammen gebaut, wer erinnert sich nicht an diese Screenshots:
Alle staunten, keiner wußte, das es noch Jahre dauern wird. Als dann für einen, erlesenen Kreis die Version “Software Design Review 1″ zugänglich war, war von diesem UI nicht viel übrig und was übrig war, funktionierte nicht. Selbst als wirklich tapferere Nutzer von Notes gab ich nach weniger als 1 Stunde auf, installierte wieder 4.6 und wartete weiter, wir alle anderen.
Nicht umsonst war wohl das Motto “Cultivate your senses” gewählt worden…
1999 – Lotus – A Part of every Solution:
Es ging weiter mit Notes 5 Previews, jede Menge Screenshots und das “you have my word as CEO…” (ja, ich hatte das auch, selbst gehört mit meinen Ohren, aufgeschrieben, ein paar Monate später dann wertlos weggeworfen), das 5.0 bis Ende des Jahres da ist. Insider wissen: Am Ende des Jahres kam ein Entschuldigungsbrief, aber kein Notes 5.
Jim Lovell und Gene Kranz waren dafür aber top. Gänsehautstimmung pur beim Bericht über eine ganz andere Art von Collaboration, um “Apollo 13” heil zur Erde zurück zu bringen.
Und noch eine Spitzenleistung: “I AM…“, die bisher wohl gelungenste Werbung, wenn es denn mal eine gab.

In Los Angeles waren ganze Häuserwände damit zu sehen, wie wir später in Kalifornien gesehen haben:
2000 – “Work as One”:
Es gab’s einen neuen CEO: “The funny Al.” Wer erinnert sich nicht an die geniale Einleitung zum Thema Knowledge Management mit Hilfe der “Matrix”: Can you fly that thing ? Not yet !

Cool !
Raven war geboren, kam 2 Jahre später auf den Markt und fand trotzdem keine Abnehmer. Ein anderes Produkt war auch nicht fertig und wurde es auch nie.

2001 – “In the know“:
Die Welcome Receiption ist nett, wie immer.
Mama und Papa verteilen Leckerreien und seltsame Anreden.
Ansonsten der bis dato letzter Versuch, das Thema Knowledge Management zu beleben. Deutlich spannender: Rnext nimmt Form an.
Schlimmer Tiefschlag: Die wohl schlechteste Party bisher in “Disney’s Wide World of Sports”. Uhhhh.

Das “National Corvette Meeting” findet in meinem Hotel statt, das hebt die Stimmung wieder etwas an.
2002 – “Proof Positive“.
Naja. Notes 6 ist noch nicht fertig, da können wir auch was zeigen, was es auch nicht gibt, oder ?

Aus unerfindlichen Gründen gibt es Montags weiterhin den “Boxed Lunch” zum Mittag, der dann vereilt über das Gelände eingenommen wird.
Der Inhalt ist über die Jahre gleich geblieben: Cola, Chips, Senf, Schokokeks und Sandwich.
Ansonsten aber klasse Party in den MGM Studios !
Immerhin 2 Fahrten auf dem “Rock’n Roller Coaster” überstehe ich heil, die Beschleunigung bis 60 mph entspricht einer F-14. Das sagt wohl alles.
Auf den Sponsor achte ich – damals noch – weniger…
In der “Ask the Developers” greift Ed mal wieder zum Mikrofon und erklärt – wie beinahe jährlich – warum das mit der IBM doch jetzt alles gut wird.
Lotusphere Europe kehrt zurück. Ort: Wien. Name: Später dann irgendwas mit “IBM…”. Ergebnis: Keiner geht hin und die, die hingehen, jammern…
2003 – “The Essential Human Element” beginnt mit dem Superbowl. So wird die “Welcome Receiption” zwar nett, wie immer, aber eben von Leinwänden und Plasma Bildschirmen geprägt.
Zur “Opening Session” folgt dann die Ballübergabe: The funny Al gibt an Ambuj – gestandener IBM Mann – ab.

Und der hat starken Tobak im Gepäck: NextGen. Oh je.

Wie man mit solchen Krisen umgeht, erklärt anschließend Rudy Giuliani. Er bleibt über die Jahre einer der ganz wenigen Sprecher dieser Veranstaltung, die völlig ohne Teleprompter (wie kommen noch zu diesem Thema) gut 90 Minuten äußert interessant und anregen erzählen kann. Er überzieht damit die “Opening Session” um mehr als 30 min, was die Planung etwas durcheinander wirbelt. Aber hörenswert war es allemal.
Sofort werden die ersten “Nextgen” Produkte gezeigt. Nextgen Mail, furchtbar:
Ende 2006 verschwindet die gesamte “Nextgen” Produktfamilie wieder vom Markt, schade um das verbrannte Geld und die Zeit. Wenigstens erhalten die Kunden Coupons für den Umstieg auf Notes. Da hilft nur sofortige Entspannung:

Alternativ müsste ein anderer Job her, bei dem ähnlich eindringlich gearbeitet wird….:

Die Party war gut, man lernt ja dauernd neue Leute kennen:
Ansonsten gehen wieder einige Meilen auf dem üblichen Runway zwischen Swan, Dolphin und Yacht & Beach drauf.
Ach ja, Charlie erzählt nochmal etwas über Security in Lotus Notes (hier mit Julie vor ihrer berühmten Session über den Agent Manager, auch ein Standard Vortrag….), später verläßt er die Bühne und auch Lotus in Richtung Microsoft.
Zum ersten Mal überfällt mich während der Closing Session schon nach wenigen Minuten das Gefühl, ich muss hier raus.
Ich gebe dem dringenden Wunsch nach. Das “National Corvette Meeting” macht zum letzen Mal Halt in meinem bevorzugten Hotel:

Doch es wird schlimmer: Nachdem jeder meiner Versuche, einen Shuttle Start zu sehen mit schlechten Wetter und Abbruch des Count Downs bestraft wurde (Update: Im Urlaub 2009 klappt es tatsächlich…), versuche ich, eine Landung zu sehen. Eigentlich eine ziemlich sichere Sache aus Sicht des Besuchers. Also besorge ich am Vortag noch Karten für das KSC. Aber auch dieser Besuch im Kennedy Space Center bleibt für mich ohne Abschluß – Wortlos bleibt der Himmel leer, the olumbia is lost…

Am Flughafen ist Chaos. Alle starren wortlos auf die Monitore.
Seit 2004 ist Lotusphere nun “Workplace for Innovation“. Ich denke, eine Umbenennung in “WorkplaceFear” wäre auch nicht schlecht, oder ?
Vorher Entspannung auf der “Welcome Receiption”:
und noch ist es lustig:
Zur Opening Session folgen jede Menge Nextgen, Fastlane, Workplace, Yada Yada Folien.

Dann gibt’s netten Besuch !

…und erste Bilder von Notes 8.

Jeder weitere Versuch für einen Blick in die Zukunft scheitert aber:
Naja, dafür gibt’s die eine oder andere wirklich gute Session…
Endlich: Nach langer Vorbereitung endlich “La Nouba” von Cirque Du Soleil. Klasse ! Der erste Besuch, weitere folgen.

Am Mittwoch abend dann der übliche Abstecher in die “Atlantic Dance Hall”. Insider kennen den Termin.
Die Party am Donnerstag ist diesmal in den Universal Studios. Gute Wahl !
2005 heißt das Ganze immernoch Lotusphere und fordert “Envision Decisions“. Guter Start mit John Cleese, klasse !
Und wer’s nicht glaubt, für den schreiben wir es ganz groß: “OUR STRATEGY IS CLEAR”, oder ?

Noch ein Überraschungsgast, wenn auch ein Angenehmer. Nur er weiß zu diesem Zeitpunkt schon, das er und Groove bald zu Microsoft gehören.

Die NASA hat anläßlich meines Besuches wohl wieder alle Aktivitäten eingestellt und Winter zieht ein in Florida: Eiskratzen ist angesagt:

Am Abend wird es dann etwas erträglicher.

Ray Ozzie stellt sich einer Podiumsdiskussion. Die Strategie der IBM zu Workplace kommt dabei ziemblich blaß weg… Lag wohl nicht nur an der besseren Rhetorik des Herrn. Gute Session, wenn gleich die 4 Herren und 2 Damen nicht wirklich (obwohl alle sehr nett) gegen die Visionen eines Ray Ozzie punkten können. Naja, wenn wundert’s.

Ansonsten “Business as usual” und die Schilder hier sind einfach auch zu klein…

Auf Wunsch eines Einzelnen noch ein Abstecher zum lokalen Harley Davidson Shop.

2006 – FutureInSight ist das Motto. Der Veranstalter gibt sich aber bis zum Beginn alle Mühe, dies Geheim zu halten. Sogar die Parkhinweise sind aus der Vergangenheit…
Naja, macht man wieder gut, wenn man es GANZ GROß schreibt, oder ?
Auch den Rest – selbst die Hinweise auf den Applaus – muss ablesen werden. Mike Rhodin. Naha.
Das zweitwichtigste Ereignis ist hier festgehalten:
…und wird natürlich gleich ein paar Tests bezüglich des Rauschverhaltens unterzogen.
Alles andere, ist wie immer. Die Party führt diesmal nach Sea World, wo uns die IBM (im Auftrag natürlich) wieder naß macht…
Zur Closing Session werden nochmal Box-Handschuhe unters Volk gebracht, angeblich, weil die hoch im eBay Kurs stehen:
Vielleicht aber auch nur, weil sich jemand auf dem Teleprompter einen Scherz erlaubt. Schließlich wird wohl alles genau wie dort beschrieben auf der Bühne dann abgearbeitet.
Oh je. Wahrscheinlich wurde die Closing Session nach Indien outgesourced.
Dann noch ein kurzer Hinweis auf die Lotusphere 2007, doch: Man soll ja aufhören, wenn’s am Schönsten ist.
Meine nächste Rückkehr zu Swan und Dolphin wird wohl definitiv nicht im Januar und auch höchstens zu Urlaubszwecken sein.


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