- Mathias
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- Danke, UNO. Nein, Danke – Dieter.
Danke, UNO. Nein, Danke – Dieter.
UN Sonderberichtserstatter ist der formale Titel. Klingt gut. Sofort denkt jeder an Entwicklungsländer. Zur UN Menschenrechtskommision gehört er. Spätestens jetzt ist klar: Es muss um genau um diese Entwicklungsländer gehen – oder vielleicht noch ein Gefängnis auf entlegenen Inseln… Nein. Es geht um eine der führenden Industrie Nationen. Deutschland. Ja, genau ! ENDLICH spricht jemand aus, was doch alle seit Jahren beobachten können. Sinnlose Profilierungssucht bei Bildung und Erziehung, den Themen, die uns angesichts von in China nachgebauten Transrapid Zügen (Flugzeuge dürften bald folgen….) auch weiter an der Weltspitze halten sollten. So wird das wohl nichts…
Eigentlich sind wir ja unterwegs bei den Anderen, wenn der CO2 Ausstoß zu hoch, die Vorschrift zu einfach oder, oder, oder.
Und nun dies. PISA Studie heißt das Zauberwort und dokumentiert erstmals formal einige Schiefstände. Erst ist alles Zufall, dann nicht so schlimm:

Und nun bekommen wir sie geschickt: Sonderberichtserstatter. Für ganze 10 Tage. Jeder, der sowas kennt, weiß genau, was passiert: Vorzeigeobjekte für 10 Tage müssen her und trotzdem scheint er was gemerkt zu haben: Es gibt kaum noch ein Land auf dieser hochentwickelten Industriewelt, in dem Bildungserfolg so stark an soziale Herkunft geknüpft ist. Eine Ohrfeige für die deutsche Bildungspolitik. Aufwachen bitte !
Und dabei hatte man gerade etwas gekünstelte Einigkeit in die Diskussion um Länderkompetenzen bekommen. Und nun der Hinweis, das dies wohl nicht mehr ganz der richtige Weg ist.
Man darf sich nicht täuschen lassen: Das Flickwerk auf Länderebene ist in voller Fahrt. In Erfurt (und ganz Thüringen) führt die “Familieninitiative” der aktuellen Landesregierung seit Monaten für höchte Emotionen.
Schon die Bezeichnung ist eine Farce. In Kurzform: Eltern erhalten pro Kind einen festen Betrag, der nur dann an Kindergärten weitergegeben wird, wenn auch ein Platz belegt wird. Klar, die Kindergärten bekommen ihn dann nicht mehr.

Was passiert, ist klar: finanziell nicht all zu stark aufgestellte Eltern lassen ihre Kinder zu Hause und behalten lieber das Geld.
Ergebnis: Das Kind ist nicht einmal in der Schule und ist in Sinne der Bildung bereits benachteiligt, denn wer kann und wird zu Hause tatsächlich leisten, was Kindergärten heute zur Vorschulbildung beitragen. “Danke, Dieter” oder inzwischen: “Nein Danke, Dieter” heißt die Initative.
Und weil die Eltern sich nicht einwickeln lassen, müssen als nächstes die Kinder herhalten. Richtig gelesen: Mit kostenlos direkt in die Kindergruppen verteilten Malbüchern der Landesregierung und einer rührseligen Geschichte von Paul und Paula sollen die Kinder für die Zwecke der Politik gewonnen werden. Erinnert mich persönlich an ein Unterrichtsfach, das ähnliche Zwecke verfolgte…
Als nur Stunden nach der Verteilung klar wird, das dies vielleicht wirklich etwas zu tiefes Niveau darstellt, distanziert sich der Politiker, dessen Name auf der Rückseite des Buches gedruckt steht. Er habe von nichts gewußt. Na klar !
Ich sage an der Stelle
- ein herzliches DANKE an Vernor Muñoz Villalobos, den Sonderberichtserstatter und
- ein herzlicheres NEIN, DANKE an die erwähnte und ähnliche “Familienoffensiven” !