Neuer Fernseher – Plasma oder LCD ?

Aus Platzgründen zog vor etwas über 2 Jahren unser erster Röhrenfernseher aus und ein Plasma im Wohnzimmer ein. Nun war auch unser Zweitgerät (Röhre) ausgefallen, den wir diesmal mit einem LCD ersetzt haben. Was uns dabei so aufgefallen und evtl. wissenswert ist, steht hier.

Viele kennen LCD Bildschirme bereits aus dem PC Bereich. Für einen Kinofan oder Leute mit Brille (…wie ich) war das bisher jedoch keine Alternative, da das Bild einfach zu klein war. Hier regieren Plasma Geräte oder gar Beamer den heimischen Kinosaal.

Wann aber lohnt sich was ?

Zunächst ein paar technische Grundlagen, die später wichtig werden. LCD, wie auch Plasmabildschirme bauen die Farben ihrer Bilder über eine additive Farbmischung zusammen. Will sagen: sie benutzen die Farben Rot, Grün und Blau, die dazu gemischt werden. Über dieses Verfahren lassen sich bis zu 16,7 Millionen Farben darstellen – klingt viel, kann aber weniger sein, als ein guter, alter Röhrenfernseher bieten kann.

Der Plasmabildschirm besteht dabei aus Plasmazellen mit zahlreichen Bildpunkten. Diese funktionieren ähnlich zu einer Neonröhre (Vorsicht, Physik…): Elektronen kollidieren mit Atomen des Edelgases in diesen Punkten und erzeugen so Lichtimpulse, das sogenannte Plasma. Eigentlich ist das für das menschliche Auge nicht sichtbar (UV Bereich), und kommt noch Phosphor ins Spiel, um die jeweilige Grundfarbe anzuzeigen.

Ein LCD Bildschirm widerum besteht aus sog. Flüssigkristall Transitoren. Diese haben die Eigenschaft, das Licht zu reflektieren, wenn sie unter Spannung stehen. Zusammen mit einer Hintergrundbeleuchtung und drei Filtern für Rot, Grün und Blau entsteht so das Bild.

Bezogen auf die Entstehung des Bildes kann man zusammengefasst sagen, das bei einem Plasmabilschirm eben dieses Plasma das Leuchten erzeugt, während es bei einem LCD Bildschirm mehr die Hintergrundbeleuchtung ist.

Wo liegen die wichtigsten Unterschiede ?

Gegenüber LC Displays besitzen Plasmabildschirme zunächst den Vorteil der größeren Bildschirmdiagonalen (zumindest im Moment noch). Plasmageräte beginnen oftmals erst bei 1 Meter Diagonale und erreichen auch schonmal deutlich

größere Querschnitte.

Die beschriebene Art der Bilderzeugung in Plasmageräten läßt es bereits vermuten: Das Plasmabild verfügt über bessere Helligkeits- und Kontrastwerte. Jeder gute Anbieter gibt heute Auskunft über dieses Kontrastverhältnis, also Verhältnis zwischen dem dunkelsten darstellbaren und hellsten darstellbaren Punkt eines Bildes. Viele Plasmageräte erreichen hier Werte von 1000 : 1, der hellste Punkt ist als 1000 mal heller als der Dunkelste, während LCD Geräte im Schnitt ein Verhältnis von 600:1 haben. Zu geringer Kontrast wird spätestens bei Nachtszenen unschön sichtbar. Darüber hinaus leuchten Plasmabildschirme auch “stärker” als LCD’s. Diese Eigenschaft wird in “Candela pro

Quadratmeter” (cd/m2) angegeben. Plasmas erreichen hier im Schnitt 1000 cd/m2, LCD’s liegen meist bei 600 cd/m2.

Nachteilig gegenüber den LCD Geräten ist der höhrere Stromverbrauch von Plasmabildschirmen, weshalb man beim Kauf darauf achten sollte, ob der Plasma einen höhbaren Lüfter hat oder nicht (stört ggf. später im Wohnzimmer und zahlreiche “lüfterlose” Geräte sind auf dem Markt).

Ein anderer, kritischer Punkt ist die Lebensdauer eines Plasmabildschirmes gegenüber einer LCD: Die Lebensdauer eines guten Plasmabildschirm wird mit 30000 Stunden angegeben (Lebensdauer ist in diesem Fall die Zeit bis die Leuchtkraft auf 50 % des Maximalwertes gesunken ist). Allerdings sind die Zahlen in der Praxis weniger kritisch als angenommen: Läuft das Gerät 12 Stunden (!!!!) am Tag, bleiben bis zu dieser verminderten Leuchtkraft immerhin 7

Jahre….

LCD’s sollen gut doppelt so lange durchstehen, nämlich 60000 Stunden.

Ein anderes Problem der Plasmabildschirme ist die Gefahr des Einbrennens: Wird ein Standbild über lange Zeit dargestellt (Stunden und Tage…), besteht die Gefahr des Einbrennes, da die unterschiedlichen Punkte der Zellen unterschiedlich beansprucht werden. Gut beobachten kann man das an Flughäfen: An vielen Terminals hängen Plasmageräte zur Anzeige von Flugnummer oder Zeit, die Logos der Fluggesellschaften sind oft auch im ausgeschalteten Zustand zu erkennen.

Um dies zu vermeiden, verfügen alle modernen Geräte über eingebaute “Bildschirmschoner” (Abschalten, Rotieren, Ausblenden, …), aber sind wir mal ehrlich: Wer schaut sich zu Hause ein Standbild mehrere Tage an….

Was ist uns beim Umstieg aufgefallen ?

Beim Wechsel von “Röhre” auf Plasma gab es 2 große “Probleme”:

1) die ungewohne Leuchtkraft, ein wenig auch der andere Kontrast des Plasmabildschirmes. Hier haben wir tagelang eingestellt, probiert, geschaut und waren doch “unzufrieden”, weil das Bild des Plasmagerätes doch irgendwie anders aussah, als unser Röhrengerät, das bis dahin ein sehr gutes Bild abgeliefert hatte. Hier half nur der direkte Vergleich des Bildes mit dem Bild unseres alten Röhrenfernsehgerätes und die Einstellung von Helligkeit, Kontrast und Farbe auf dieser Basis (Geräte nebeneinander stehend, gleiches Bildsignal, verschiedene Szenen mit unterschiedlicher Farbdynamik). Klar: Wer mit seinem Röhrenbild unzufrieden ist, kann sich diesen Schritt sparen…

2) Die Bildqualität des heutigen “PAL” Fernsehprogrammes auf dem großen Plasmaschirm

Bei Bildschirmdiagonalen von 106 cm oder mehr wird die erschreckend schlechte Qualität des heutigen “PAL Fernsehbildes” sehr deutlich sichtbar. Programme mit ohnehin verminderter Qualität (Kabel 1, RTL II) waren nicht mehr zu ertragen, einzig brauchbar war das digital angelieferte Bild von Premiere. Und so haben wir nach wenigen Tagen in den sauren Abfall gebissen und einen externen “Linedoubler” gekauft, der – einfach gesagt – die Anzahl der verfügbaren Zeilen eines Fernsehbildes verdoppelt und zwischendiesen Zeilen interpoliert. Das Ganze geht per RGBHV dann zu einem speziellen Anschlußterminal im Plasma und lieferte endlich ein grandioses Bild auf dieser rießigen Fläche.

Klarer Nachteil: Ein guter Linedoubler kostet nochmal Geld…

Seitdem sind alle Geräte (Fernsehtuner, DVD / HDD Spieler, d-Box) über diesen Linedoubler angeschloßen und zaubern beste Bilder.

Grundsätzlich den gleichen Effekt können wir bei dem deutlich kleineren LCD Gerät bemerken: Das “Hochrechnen” der wenigen Zeilen eines PAL Bildes auf die verfügbaren Zeilen diese LCD Bildschirmes verläuft bspw. bei Menüs von DVD’s nicht immer absolut sauber, wobei das sicher auch daran liegt, das hier oftmals Standbilder für solche DVD Menüs verwendet werden, während man diese Effekte bei einem bewegten Bild einfach nicht sehen würde.

Also wann welche Technologie ?

Dem Kinofan mit Interesse an großen, leuchtenden Bildern würde ich immer wieder ein Plasmagerät empfehlen, die Größe und Leuchtkraft (auch bei Tageslicht) können LCD’s heute nicht bieten. Allerdings gehört ein qualitativ hochwertiger Tuner / Linedoubler auf jeden Fall dazu, sonst macht das Ganze keinen Spaß.

Für den “Nur mal Nachrichten” oder “Wer wird Millionär” Zuschauer ist ein LCD Gerät sicher die bessere Wahl, da es günstiger und weniger aufwendig ist.

Wer sich garnicht entscheiden kann, hängt einen Plasmabildschirm in’s Wohnzimmer und stellt einen LCD Bildschirm in die Küche oder wohin auch immer…

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Kommentar hinterlassen

  1. Karl Mosler sagt:

    Sehr informativ, kann eine gute Entscheidungshilfe sein!

    Danke.

    Was mich stört? Das unnötige Englisch im deutschen Text?

    Was soll ich mit dem “Remember Me?”

    Einen schönen Gruß, Karl Mosler

  2. Frank sagt:

    Danke für die Tips- werde die Details beim heute geplanten TV Kauf mitnehmen.

    FRank

  3. Martin Christen sagt:

    Danke für die Hinweise, beim heutigen Bummel durch einen MediaMarkt ist mir der PIONEER PLASMA PDP-506XDE aufgefallen, was halten sie von ihm? Das Fernsehbild fand ich sehr akzeptabel, ist in diesen Geräten wohl schon ein linedoubler eingebaut?

    Könnten sie mir den Namen ihres Linedoublers angeben?

    Gruss, Martin

  4. gerhardlinne sagt:

    hallo, kann mir jemand sagen ob es normal bei einem neuen Plasma von Phocus DeluxeII (Mittelklasse) ist, dass nach Tagen wechselnden Betrieb Automatisch zwischen 4:3 zu 16:9 und ähnlichen Formaten schon klar ein nachlassen des Bereiches von dem 4:3 Bild zu sehen sein darf.

    Auch nach 3 Tagen zwangsbetrieb auf 16:9 blieb noch dieses dunkle Feld im Bereich der 4:3 Zone deutlich sichtbar. Sollte ich das gerät zurückgeben. Die 14 tage Rückgaberecht nach Fernabsatzgesetz sind noch nicht herum. Bin für jede schnelle Antwort dankbar. gerd

  5. Pino Barone sagt:

    Hallo,

    ich weiß nicht ob Sie mir helfen können, bin per Zufall auf dieser Seite gelabdet.

    Ich habe seit kurzem einen Plasma Bildschirm um genau zu sein ist es ein LG 42” Plasma Tv 42PX3RVA.

    Alles war bestens bis ich nach einigen Tagen eine Störung am Bild habe. Ich bersuche das zu erlären.

    An der linken Seite vom Bild habe ich einen ca 5 cm breiten Streifen, der das letzte Stück des linken Bildes wiederholt.

    Was kann das sein??

    Vielen dank vorerst

    Pino Barone

  6. Roland sagt:

    Hallo Matthias,

    dein Bericht ist einer der wenigen verständlichen, weil er eben aus Erfahrung kommt. Dein artikel ist von Feb 2005. mittlerweile haben wir Aug 2006. Hat sich was getan auf dem Markt? Habe den Pioneer Pioneer Plasma PDP-436 XDE im Auge. Ist das die neuste Generatiom?

    Gruß

    Roland

  7. mario sagt:

    hallo mathias

    auch ich möchte mir einen plasma fernseher zulegen wie ist deine meinung über den

    Panasonic TH-42PV60E oder gibt es besseres in der preisklasse um 1500 euro.der fernseher soll alltagstauglich sein .oder wäre ein vergleichbares lcd empfehlenswerter?

    vielen dank

    grüsse mario

  8. Frank sagt:

    Hallo,

    auch ich möchte mir dieses Jahr noch einen Flachbildschirm mit mind. 42 Zoll zulegen. Das Teil soll an die Wand ins Wohnzimmer und vorwiegend einem entspannten Fernseh- und DVDabend dienen. Meine Schmerzgrenze liegt bei 2.000 Euronen. So wie ich das sehe gibts wohl genügend Vor- und Nachteile sowohl bei Plasma als auch bei LCD. Denke aber dass sich wohl die LCD-Technik durchsetzen wird. Kann mir jemand konkret einen Modellvorschlag machen? Schwanke noch zwischen Samsung und Philips. Gibts Vorschläge und Erfahrungswerte? Bin für jeden Tipp dankbar…

  9. easy sagt:

    Hallo Mathias, Deine Informationen zu LCD und Plasma sind sehr hilfreich. Auch habe noch eine Frage die Du vielleicht beantworten kannst. Wir haben uns kurz entschlossen (Sonderangeobt) einen SEG Plasma 42 gekauft. Zuvor haben wir uns im Geschäft Geräte von Sony, Philips und AEG zum Vergleich angesehen und waren mit dem Bild vom SEG zufrieden. Dies sind wir auch jetzt noch. Jedoch konnten wir Zuhause feststellen, dass bei bestimmten TV-Sendungen der obere Rand vom Bild abgeschnitten wird (z.B. bei RTL sieht man dieses am Symbol). Man kann den Bildschirm zwar im Menü nach unten verstellen, dann gibt es jedoch das Problem (wie sollte es anders sein), dass das Bild unten abgeschnitten wird (dass sieht man z.B. bei Fernsehschaus wie Deal or NoDeal, wo oftmals die Geldtafel gezeigt wird und die untere Zeile abgeschnitten wird). Meine Frage hierzu, ist dies normal bzw. ein Problem was häufiger auftritt oder ist dies ein SEG-Problem oder vielleicht nur ein Problem von dem Gerät welches wir gekauft haben. Solltest Du uns diesbezüglich ein Tipp geben könne wären wir Dir sehr Dankbar!

    Grüsse

  10. Alex sagt:

    Hallo,

    mein Kompliment. Ich bin noch in der “Entscheidungsfindung” und habe mich beim Gang durch den Media Markt die ganze Zeit gefragt, ob Plasma oder LCD die bessere Wahl wäre.

    Für meine Estinformation war diese Beitrag 100% das, was ich gebrauchen kann.

    Viele Grüße

    Alex

  11. Kevin sagt:

    Hallo Guten Tag,habe mir vor ca.2Wochen einen lcd Fernseher von Universum gekauft.Der Lcd lief super,bis vor kurzem ab und zu das Bild in verschiedenen neon farben gestöhrt wurde.Im augenbereich sind die augen zb. neon grün das komplette bild ist gestöhrt.jetzt seid kurzem ist das bild immer so.was könnte das sein?Danke für die Hilfe

    Gruss Kevin

  12. Torben Werner sagt:

    Hallo…

    Am heutigen Tage hat sich unser 81′er Röhren Fernseher aus unserer Family lautlos verabschiedet. Schnell war der Katalog zur Hand. Nun kam die große Frage : WAS kauft MAN(N) !!!

    Die Frau den HANG zum G E L D S P A R E N !!! ;-o

    Ich der Mann jongeliere da schon in der höheren Atmosphäre und versuche mit Argumenten zu kontern, bis beide da stehen und sagen WAS DENN NUN ? Plasma ?!? LCD ?!? oder doch wieder Röhre ? Ich als Mann schreie natürlich auf und sage RÖHRE ? JA neeeee is klar ne!

    Dank diesem Bericht fiel die Entscheidung nun auf einen Plasma Fernseher in einer 107′ner Größe.

    Mir fehlte in diesem Bericht nur der springende Punkt bzw. die Erklärung zwischen HD Ready & Full HD. Unser neuer von Samsung ist HD READY! Ich will hoffen das diese Entscheidung richtig war und ich mir kein doofes gezeter von der Frau anhören muss. Macht weiter so !!!

    Gruß Torben

  13. Gerhard Walde sagt:

    Hallo Matthias,

    gedanklich habe ich mich bereits für einen Plasma-TV entschieden. Um eine optimale Bildqualität zu erreichen ist es immer noch nötig einen “Linedoubler” zusätzlich anzuschaffen?

    Beste Grüße

    Gerhard

  14. Jan sagt:

    Also ich bin für LCD ;)

    hier gibs n paar:

    http://www.neuer-fernseher.de

    LG

    Jan

  15. Emanuelle sagt:

    Vielen Dank für diese wichtige und verständliche Erklärungen! Alles schon klar! Liebe Grüße! Ema

  16. Wolfgang Nolte sagt:

    Man sollte zwei vergleichbare Geräte (LCD und Plasma) nebenweinander stellen. Das selbe Programm und auch die Geräte einzeln optimal einstellen.
    Dann kommt man schon zu einer Entscheidung.

    Ich bin zu der Entscheidung 94 cm Diagonale PLASMA gekommen und das bereits vor drei Jahren. Jetzt habe ich mir einen Full HD mit 107 cm Diagonale zugelegt, natürlich Plasma von Panasonic.

    Schöne Grüße

    W. Nolte

  17. Mathias Pohl sagt:

    Ja, korrekt, so haben wir das letztlich auch gemacht.
    Viele Grüße, Mathias
    http://www.mathiaspohl.de

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